Ist unsere Reise jetzt zu Ende?

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Wie es ist, wieder in Deutschland zu sein?

Na, Angekommen?

So ziemlich jeder den wir aktuell treffen, stellt uns diese Frage. Klar, es ist einerseits nur eine Höflichkeitsfloskel, ein einfacher Einstieg ins Gespräch. Aber was für eine Antwort erwarten die Menschen da eigentlich von uns? Was soll das überhaupt heißen? Und wie ist nun unsere ehrliche Antwort darauf? Sind wir endlich “angekommen”?

Seit Mai sind wir zurück in good old Germany - im äußersten Südwesten, um genau zu sein. In genau der Stadt, in der wir aufgewachsen sind. Back to the roots, sozusagen. Die letzten 10 Jahre haben wir hier aber nicht gelebt. Um ehrlich zu sein, wollten wir schon relativ früh hier raus und das Weite suchen. Aber nicht, weil es uns nicht gefallen hat, sondern weil wir Neues entdecken wollten - andere Ansichten kennenlernen, inspiriert werden und über uns hinaus wachsen.

Deshalb haben wir vor über 11 Jahren Australien umrundet, deshalb haben wir uns entschieden die Ausbildung und unser Studium in einer Großstadt zu absolvieren, deshalb sind wir auf Weltreise gegangen. Und nun sind wir wieder hier. Zumindest für eine Weile…

Und es fühlt sich eigentlich gut an “zurück” zu sein! Wir entdecken unsere alte Heimat wieder mit frischem Blick, versuchen durch die Straßen zu schlendern, als ob wir wieder House-Sitter in der Fremde wären - was würden wir dann über diese Gegend denken? Dieser Perspektivwechsel hilft uns dabei, die positiven Seiten in den Vordergrund zu stellen, und davon gibt es zahlreiche!

Wir haben eine lässige Wohnung mit riesiger Terrasse, die wir innerhalb von 2-3 Wochen komplett eingerichtet haben 💪 und in der wir uns absolut wohl fühlen. Wir können alles mit dem Fahrrad erreichen, unsere Familien wohnen “um die Ecke” und wir können ganz unkompliziert und ohne Skype oder Zoom Zeit mit unseren Liebsten verbringen - ein absoluter Luxus nach fast 3 Jahren am anderen Ende der Welt. In wenigen Minuten sind wir am Flussufer, können die Aussicht auf den Schwarzwald genießen, in den nächsten Baggersee springen, oder durch die schönen Wälder und Weinberge wandern. Und das wichtigste: Wir sind endlich zu dritt!

 
 
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Meet Peanut

Das neuste Mitglied unserer Familie

 

Peanut ist nun seit 6 Wochen bei uns und wir können uns ein Leben ohne sie schon gar nicht mehr vorstellen. Wir können es kaum erwarten die nächsten Trips mit ihr zu beschreiten, denn eines wissen wir jetzt schon: Peanut liebt das Abenteuer mindestens genauso sehr wie wir!

Also sind wir nun angekommen, oder nicht?

Objektiv betrachtet: ja. Wir haben eine neue Base ganz allein für uns, einen Hund und wir fühlen uns sehr wohl in unserer neuen alten Heimat.

 
 
 

Aber was viele nicht verstehen ist, wir wollen gar nicht ankommen. Wollen nicht zurück in Denkweisen verfallen, von denen wir uns in den letzten Jahren frei gemacht haben. Ja, wir haben die Welt umrundet, das heißt doch aber nicht, dass wir genau da weiter machen wollen, wo wir damals gestartet sind. Viel wichtiger als das Ankommen ist doch das Vorankommen, findet ihr nicht?

Sei es das Entdecken von neuen Orten, neuen Möglichkeiten, oder neuen Denkweisen. Wir haben uns ziemlich verändert in den letzten Jahren, nicht nur während der Reise, auch schon davor. Unsere Perspektive auf unser Leben ist einfach eine andere geworden. Und das offen auszusprechen fällt manchmal schwer. Denn wir stoßen dabei oft auf Unverständnis oder werden nicht ernst genommen.

Versteh’ uns bitte nicht falsch, es geht uns nicht darum, ein Landstreicherleben zu führen. Auch wir wollen irgendwann eine echte Base haben, einen Ort, an den wir zurückkommen können, wann immer uns danach ist. Im Idealfall gibt es verschiedene Orte, die wir Zuhause nennen. Wie diese Aussehen werden und wo diese sich befinden sollen? Keine Ahnung, aber gerade das ist doch das Spannende! Wir finden es super hier zu sein, uns eine Auszeit zu gönnen und nach so langer Zeit ohne festen Wohnort mal wieder ein Zuhause auf Zeit zu haben. For now.

Aber angekommen - richtig angekommen, sind wir erst wenn es wieder weiter geht.


 

Ach Deutschland, du bist schon schön!

 

und jetzt? ist unsere Reise nun zu ende?

Das Leben bleibt ja nicht einfach stehen, nur weil man gerade in Deutschland ist.

Für dieses Jahr stehen sicherlich keine großen Reisen an (ein paar kleinere Trips haben wir natürlich schon ins Auge gefasst 😉). Unsere Reise ist deshalb aber noch lange nicht zu Ende. Auch wenn wir physisch keine großen Distanzen zurücklegen, sind wir immer noch auf der Suche und Entdecken somit weiterhin ständig Neues.

Momentan wollen wir die Zeit nutzen um herauszufinden, wie wir unser (Arbeits-) Leben weiter gestalten wollen. Und Projekte umsetzen, die uns schon lange im Kopf umherschweben, jedoch auf Reisen nicht umzusetzen waren. Außerdem muss das Reiseleben nach der Pandemie ja auch irgendwie vorbereitet werden. 🤞

Nach 3 Jahren Nomadentum ist unser Fernweh einerseits etwas gestillt und andererseits so groß wie nie zuvor.

Ob neue Projekte, fremde Länder, oder neue Herausforderungen. Keiner kann heute mit Sicherheit sagen, was nächstes Jahr passieren wird. Ich meine, habt ihr etwa vor einem Jahr mit einer weltweiten Pandemie gerechnet?

Deshalb bleiben wir ganz offen, was unsere Zukunft angeht. Es kommt doch sowieso immer anders, als man denkt, oder nicht? Wir haben verschiedene Ideen entwickelt, wie unser Leben aussehen könnte. Zufrieden wären wir mit vielen Varianten und am liebsten wollen wir alle mal ausprobieren.

Trotzdem spüren wir auch den Druck, den die Gesellschaft auf uns ausübt. Etwas, dass wir die letzten Jahre erfolgreich vermeiden konnten. Der Weg von der Wiege bis zur Bahre scheint für viele hier klar definiert. Abitur, Führerschein, Studium, Hochzeit, Kinder, Haus abzahlen, bloß an die Rente denken und zwischendurch die Steuererklärung pünktlich abgeben. So macht man’s halt, oder nicht?

Unsere Entscheidungen frei von den starren Konventionen anderer zu treffen, und gleichzeitig unserem inneren Kompass treu bleiben - ganz egal was die Eltern, die Freunde, die Kollegen, die Gesellschaft davon hält - dieses Mindset möchten wir uns bewahren. Am besten ohne irgendeine Lebensart zu glorifizieren, oder zu verdammen.

Eines ist jedoch sicher: ganz egal wie es bei uns nun weiter geht, wir werden EatThisWorld weiterhin am Laufen halten - nein, wir wollen sogar an Fahrt gewinnen - und regelmäßig neue hilfreiche Artikel, Podcast Folgen und Videos produzieren.

Die Einzige Konstante im Leben ist die Veränderung

Wo wir gerade sind

Emmendingen, Deutschland

 
 
 

 
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