Sunday Summary #10 - Februar 2019

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Wo wir gerade sind:

 

Hallo 2019!

Ja, auch wir haben es in das neue Jahr geschafft und melden uns mit etwas Verspätung endlich zurück. Wir hoffen ihr hattet einen guten Start und einen wunderbaren Januar.

Nachdem wir den Dezember sehr ruhig und gemütlich haben ausklingen lassen, startete der Januar für uns erstmal mit viel Arbeit: wir haben die Zeit im jungen Jahr bisher damit verbracht, Kirschen en masse zu pflücken - und zwar in Cromwell auf der Südinsel Neuseelands. Und da Kirschen pflücken nun wirklich nicht sehr spannend, dafür aber umso anstrengender ist, haben wir eine kleine Pause vom Blog und unseren Social Media Accounts genommen. Es war mal wieder angenehm eine Auszeit vom Dokumentieren zu nehmen, leider hatten wir nicht viel davon, denn wenn es nicht regnete, füllte Akkordarbeit 7 Tage der Woche. ;)

Nun sind wir aber wieder zurück und haben uns fest vorgenommen wieder regelmäßige Updates und noch mehr Reisedoku zu veröffentlichen. Denn 2019 wartet mit vielen neuen Abenteuern auf. Nachdem in den letzen 16 Monaten unserer Reise die Streckenführung mehr oder weniger spontan und kurzfristig geplant wurde, wissen wir Anfang 2019 verhältnismäßig genau, wo es uns bis Ende des Jahres hin verschlagen wird.

Aber der Reihe nach:

Bei unserem letzten Housesit in Wellington, haben wir uns viel Zeit genommen um das letzte Jahr zu reflektieren und Revue passieren zu lassen. Dabei sind uns so einige Dinge aufgefallen, an denen wir festhalten, weiterentwickeln, oder komplett verändern wollen. 2018 war für uns ein unglaubliches Jahr voller neuer Erfahrungen, Abenteuern und Liebe. Aber wir hatten auch einige Herausforderungen zu meistern, wodurch sich für uns so einige essentielle Fragen für das neue Jahr stellten:


Es gibt viele Möglichkeiten die Reisekasse aufzufüllen, z.B. beim Kirschenpflücken

Wie finanzieren wir uns die Weiterreise?

Als wir im August 2017 gestartet sind, hatten wir ca. 12,500 Euro gemeinsam angespart und zusätzlich fast 2000 Euro nach und nach von Verwandten zugeschoben bekommen (Unglaublich - Danke!). Wir konnten also ingesamt etwa 14,500 Euro (7,250 Euro pro Person) in unser Projekt EatThisWorld investieren. Unterwegs haben wir unglaublich viele Möglichkeiten gefunden, immer effizienter und günstiger zu reisen und so hat unser Erspartes über ein ganzes Jahr durch 15 verschiedene Länder von Deutschland bis nach Neuseeland gereicht. Im August 2018 kamen wir also genau ein Jahr nachdem wir unsere Heimat am Fuße des Schwarzwalds verlassen haben mit leeren Konto, aber um zahllose neuen Erfahrungen reicher in Neuseeland an. Wir haben bereits im Sommer letzten Jahres beschlossen, dass wir nach unserer Zeit in Neuseeland nicht einfach nach Hause fliegen wollen. Viel zu sehr lockt uns immer noch der Entdeckergeist und die Idee eines ortsunabhängigen Lebens. Deshalb wollen wir dieses Jahr noch andere Lösungen finden, um uns dies - jetzt wo unser Erspartes aus der Heimat restlos aufgebraucht ist, weiterhin ermöglichen zu können. Eine naheliegende Möglichkeit bietet sich durch unser Working Holiday Visum: wir sind mittlerweile erfahrene Obstpflücker! Und da diese saisonalen Jobs sehr unkompliziert zu finden sind (gerade in Ländern wie Neuseeland und Australien), ist dies eine einfache und schnelle Option, um eine akute Flaute auf dem Konto auszugleichen. Das hat mit einem Monat auf dem „Cherry Orchard“ einigermaßen gut geklappt. Das nächste Mal werden wir wahrscheinlich erst wieder auf der Nordinsel arbeiten.

Aber Saisonarbeit in der Agrarwirtschaft ist nicht die einzige Branche die man „beackern“ kann. Mit einem Working Holiday Visum hat man das recht, ein ganzes Jahr in einem fremden Land zu arbeiten - bis auf einige Ausnahmen in welchem Zweig auch immer man Arbeit findet! Deshalb bewerben wir uns gerade auf ein Working Holiday Visum für Kanada (hier bekommt man das nämlich noch bis 35 - juhu!). Drückt uns die Daumen, dass wir es auch bekommen. Da die Ernte-Jobs aber weder besonders gut bezahlt, noch mental sehr befriedigend sind, wollen wir unsere Fühler auch in andere Richtungen ausstrecken und Wege finden entweder ortsungebunden (bspw. online), oder uns direkt vor Ort Geld mit unseren Fähigkeiten zu verdienen. Zudem wollen wir uns weiterbilden und uns neuen Herausforderungen stellen - vielleicht werden wir ja zusätzlich Barista? Oder Profi-Segler? Oder Online-Lehrer? Oder Social Media Experts? Oder Tour Guides und Reiseveranstalter? - wie genau sich unser Jahr und unsere finanzielle Situation entwicklen wird wissen wir noch nicht, aber unsere Köpfe sind voller neuer Ideen und die Möglichkeiten scheinen endlos.



Worauf legen wir 2019 unsere Prioritäten?

Wir sind in Deutschland mit dem Ziel gestartet nach Neuseeland zu reisen und das am besten durch so viele Länder wie möglich, ohne zu fliegen und mit geringem ökologischen Fußabdruck. Darauf lag unser Fokus. Wir haben also all unsere Entscheidungen mit diesem Ziel abgeglichen und unsere Prioritäten so gesetzt, dass wir es möglichst auch erreichen können. Ganz ehrlich, als wir los sind hatten wir selbst nicht geglaubt, dass wir es tatsächlich bis nach Ozeanien schaffen können! Wir haben es bis in den südöstlichen Zipfel Australiens geschafft ohne fliegen zu müssen und ja, ein bisschen schmerzte es uns dann im August, das Flugzeug in Melbourne betreten zu müssen. Einen Frachter zu besteigen war hinsichtlich ökologischer Gesichtspunkte keine wirkliche Alternative und um ein weiteres Segelboot zu finden, welches uns bis nach Neuseeland bringt, hätten 2 Dinge benötigt: mehr Zeit und mehr Geld.

Was uns diese Reise aber mal wieder gezeigt hat ist, dass man mit einer positiven Einstellung und lösungsorientiertem Denken so viel mehr schaffen kann, als man es sich zu Beginn vorzustellen vermag. Einige Zuhause, die wir in unsere Pläne eingeweiht haben zogen ungläubig die Brauen hoch und fragten mit einem schiefen Lächeln auf den Lippen, wie wir uns das denn Vorstellen. Wie aber soll man solch ein Mamutprojekt, dass mit schmalem Budget und vielen noch unbekannten Variablen bewerkstelligt werden soll erfolgreich zum Abschluss gebracht werden, wenn man sich zu Anfang nicht traut die Vision auszusprechen? Daher finden wir es unglaublich wichtig zu visualisieren, was man eigentlich erreichen möchte und seine Entscheidungen an diesen Vorstellungen, Zielen und den eigenen Werten orientiert. Für uns war es diesmal sehr leicht ein Wort zu finden, welches all unsere Vorstellungen und Ziele für dieses Jahr zusammenfasst: Nachhaltigkeit! Und damit meinen wir Nachhaltigkeit auf ganz verschiedenen Ebenen in unserem Leben:


Wir wollen versuchen finanzielle Nachhaltigkeit zu erreichen.

Darunter verstehen wir, dass wir unser Leben weiter so gestalten können wie wir es für sinnvoll halten, ohne an einen bestimmten Job oder an einen bestimmten Ort gefesselt zu sein. Wie bereits erwähnt, können wir uns dabei ganz unterschiedliche Entwürfe vorstellen und wollen uns am liebsten in verschiedenen Bereichen ausprobieren und weder rein digital noch rein „analog“ arbeiten. In erster Linie geht es uns darum, weiter ungebunden reisen zu können und diese Priorität nicht aufgrund der Karriere in einem einzigen Berufsfeld zu begraben. Circa ein Viertel unseres Lebens verbringen wir mit Arbeit. Wieso also nicht mal was Anderes ausprobieren, etwas Neues lernen und somit den eigenen Horizont erweitern? Anders als im letzten Jahr, werden wir 2019 also den Fokus mehr auf Arbeit, Weiterbildung und finanzielle Unabhängigkeit setzen. Denn unter’m Strich bedeutet dies mehr Freiheit. Eines ist uns jedoch noch sehr viel deutlicher als vor der Reise geworden: unsere Definition von Luxus liegt nicht im konventionellen Sinne. Dinge stehen ganz unten auf unserer Liste der Prioritäten.


Wie können wir unsere Beziehungen zu Hause nachhaltig pflegen?

Eines der größten Nachteile beim Reisen ist es, Freunde und Familie nicht sehen zu können und für uns ist es eine große Herausforderung trotz Zeitverschiebung, schlechter Internetverbindung, leben im Van, Hostel, Zelt und auf hoher See regelmäßig Kontakt zu unseren Liebsten zu Hause zu halten. Das ist einer der Hauptgründe, warum wir diesen Blog führen und Stunden um Stunden in die Tasten tippen, Videos schneiden und versuchen Fotos bei mieser Bandbreite auf den Server zu schieben. Um unseren Freunden und der Familie einen Einblick in unser Leben zu geben. Da dies aber sehr Einseitig ist und wir natürlich auch wissen wollen was bei euch so los ist und wir dennoch viele wichtige Lebensereignisse verpassen (Hochzeiten, Geburten, Geburtstage, Umzüge, Arbeitswechsel...), wollen wir dieses Jahr versuchen unsere sozialen Kontakte, ob zu Hause oder sonst wo auf der Welt zu stärken. Auch wenn wir nicht vor Ort sind, sind uns unsere Beziehungen mit Freunden und Familie enorm wichtig und auch wenn wir wissen, dass echte Freundschaften auch ohne viel Kontakt auskommen können, wollen wir versuchen öfter in Kontakt zu treten und im Idealfall einige von euch auch dieses Jahr in „Real Life“ zu treffen. Unser Jahr startet in diesem Sinne super, denn schon morgen kommen uns Annas Eltern in Neuseeland besuchen und wir freuen uns riesig! Bis Anfang März werden wir mit ihnen die Südinsel unsicher machen und wir können es kaum erwarten sie in die Arme zu schließen.


Nachhaltigkeit spielt aber natürlich nicht nur bei der Finanzierung unseres Lebens eine Rolle:

 

Wir haben uns in erster Linie vorgenommen noch konsequenter an einem nachhaltig umweltbewussten Lebensstil zu arbeiten. Im Klartext heißt das, wir wollen versuchen unseren negativen Einfluss auf die Umwelt, Tiere und unsere Mitmenschen so gering wie Möglich zu halten und stattdessen Positives zurück geben. Wir beschäftigen uns zwar schon lange mit diesen Themen, sind aber oft doch zu nachlässig und lassen uns von Bequemlichkeiten und Gelüsten verführen. Wir sind uns bewusst, das auch in unserem Leben noch viele Schrauben justiert werden können. Daher wollen wir uns dieses Jahr noch mehr darauf konzentrieren ökologisch Nachhaltige Entscheidungen zu treffen und relevante Bereiche in unserem Leben daran ausrichten.

Darunter zählt neben nachhaltigen Transportmöglichkeiten auf Reisen und Müllvermeidung für uns vor allem, tierische Produkte komplett zu vermeiden. Wer uns kennt, weiß dass wir bereits seit sehr vielen Jahren (im Prinzip Jahrzehnten) strikte Vegetarier sind und bereits seit einigen Jahren (ca. 5) versuchen auch tierische Produkte wie Eier, Milch und Käse zu reduzieren. Bei uns hat das die letzten Jahre mal mehr und mal weniger gut geklappt. Wir hatten Phasen, in denen wir über viele Monate gar keine tierischen Produkte konsumiert haben und dann wieder Wochen, in denen wir 3 mal zum Raclette eingeladen wurden und jedes Angebot, samt Käse angenommen haben. Unsere goldene Regel war dabei: wir kaufen keine tierischen Produkte, aber wenn wir eingeladen werden ist es okay. Seit wir ununterbrochen reisen, hat sich diese Regel fortgesetzt. Das hat vor allem etwas damit zu tun, dass wir nicht unhöflich, oder „zu komplizierte Gäste“ sein wollen. Denn häufig ist für die Meisten bereits befremdlich wenn wir sagen, dass wir kein Fleisch und Fisch essen. Oft wollen wir unseren Gastgebern keine zusätzlichen Umstände machen (und zugegeben: wir lieben guten Käse). In Asien haben wir zusätzlich immer wieder Ei in unserem Essen gehabt, was wir nach einer Zeit einfach so angenommen haben und dann auch nicht „ohne Ei“ bestellt haben. Für dieses Jahr haben wir uns nun vorgenommen wieder mehr auf uns zu hören (unserer Haut und unserem Gewissen geht es nämlich auch um einiges besser, wenn wir keine tierischen Produkte konsumieren) und vor allem das Thema Nachhaltigkeit nicht durch unsere Gelüste, Bequemlichkeiten, oder gesellschaftliche Konventionen schleifen zu lassen. Es geht uns nicht darum komplett vegan zu Leben, es wird eventuell mal eine Ausnahmen geben, aber wir wollen auch in diesem Bereich mehr den Fokus auf einen bewussten Konsum legen und tierische Produkte sowohl in unserem Essen als auch in anderen Produkten wie Kosmetik oder Kleidung zu vermeiden.

Wo wir schon beim Thema Konsum sind: Ökologische Nachhaltigkeit geht natürlich über die Ernährung und das vermeiden von tierischen Produkten hinaus. Resourcen schonen und somit Müll vermeiden - auch das wollen wir dieses Jahr wieder mehr in den Mittelpunkt setzen. Da das Budget eines Reisenden oft relativ schmal ist werden wir schnell dazu verleitet, billige Produkte zu erwerben. Sei es Kleidung, Nahrung, oder Elektronik. Und das, obwohl wir alle mittlerweile nur zu gut wissen, was alles hinter der Produktion von Billigware steckt. Deshalb möchten wir dieses Jahr so gut es geht nachhaltige Produkte erwerben. Dazu zählt zum Beispiel auf Fast-Fashion zu verzichten. Am einfachsten, günstigsten und nachhaltigsten geht das mit Second Hand Produkten. Besonders Kleidung ist super einfach in Second Hand Geschäften zu finden und bis auf die Unterwäsche versuchen wir seit einiger Zeit was immer geht gebraucht zu kaufen um den Einsatz neuer Ressourcen zu vermeiden. In Neuseeland nenne sie diese Kleidung auch „pre-loved Fashion“ und wir lieben diesen Ausdruck! Denn besonders innerhalb bestimmter Klientels wird das Wort „gebraucht“ nur negativ behaftet verwendet.

Wenn wir also etwas brauchen, sei es Kleidung, Schuhe oder Campingequipment, versuchen wir erstmal unser Glück in den vielen Second Hand Shops die es hier in Fast jedem Kaff zu finden gibt. Wir haben noch so einige andere Bereiche in denen wir versuchen Nachhaltigkeit wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken, aber das würde wohl diesen Teil der Sunday Summary sprengen. Wenn euch das Thema aber interessiert, freuen wir uns über Feedback und wir können gerne mal einen Artikel über Nachhaltigkeit und Minimalismus im Alltag sowie auf Reisen verfassen. Wie bereits erwähnt sind wir selbst noch weit davon entfernt ein hundert prozentig nachhaltiges und umweltbewusstes Leben zu führen, wir versuchen diesem Thema dieses Jahr jedoch einen höheren Stellenwert zu geben.

 

Reisepläne 2019

Wir sind ziemlich baff, denn ganz anders wie sonst haben wir unsere Pläne für dieses Jahr schon konkret zu Papier gebracht. Dies liegt vor allem an einer weiteren Priorität die wir uns gesetzt haben: Wenn sich Möglichkeiten bieten, dann nimm sie an! Und wir können es kaum erwarten all diese spannenden Ecken der Welt zu erkunden. Wer also noch auf der Suche nach Urlaubsinspirationen für dieses Jahr ist und uns vielleicht unterwegs treffen möchte, für den haben wir hier unsere grobe Reiseplanung für die nächsten Monate aufgeführt. (Ihr wisst ja, wie immer ohne gewähr ;)

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