Der andere Jahresrückblick

Wenn man sich aktuell Jahresrückblicke in den Nachrichten ansieht, bekommt man das gruselige Gefühl in eine Black Mirror Folge geraten zu sein. Krieg, Umweltzerstörung, Klimawandel, Korruption, Rechtsruck, #metoo, Naturkatastrophen, Trump, AFD Aufstieg, Khashoggi, Hungersnot im Yemen, Genozid der Rohingya, Proteste in Chemnitz, Aufschrei aufgrund des Migrationspaktes und dazu ein harter Brexit? Und das sind nur ein paar der Ereignisse mit der sich unsere Generation rumschlagen muss. All das fühlt sich sehr unwirklich an. Wir sind aufgewachsen im Glauben, in einem dauerhaft friedlichen Europa zu leben. Wir sind davon ausgegangen, dass so etwas wie der 2. Weltkrieg bei uns niemals wieder passieren kann. Wir glaubten, dass die Menschheit mittlerweile erkannt hat dass der Klimawandel real ist und bekämpft werden muss - und wir glaubten, dass wir Menschen eine progressive Gesellschaft geschaffen haben. Dieses Jahr zeigt und nur noch deutlicher, dass dies nicht der Fall ist. Das wir hier und da einen wichtigen Schritt nach Vorne gehen und gleichzeitig woanders 3 Schritte zurück. Nur eines sollte jedem mittlerweile klar geworden sein: Wir müssen handeln. Alle. Unsere Bedürfnisse überdenken, unsere konditionierten Verhaltensweisen umstellen. Noch mehr Empathie entwickeln, auch für Menschen außerhalb unseres direkten Umfeldes. Endlich damit aufhören Ausreden zu suchen und Dinge ändern, die wir so einfach ändern können: (mehr) auf Fleisch verzichten; Plastikmüll reduzieren; weniger Fliegen; anderen Menschen die Hand reichen; Fahrrad fahren; in Gespräche gehen, anstatt unangenehme Situationen zu ignorieren. Wir müssen erkennen, dass wir alle Menschen dieser Erde sind; dass wir zur Kooperation befähigt sind; das wir nur ein kleiner Teil der Biodiversität unserer Erde darstellen und mal von unserem hohen Ross steigen sollten; dass es bei Leid keinen Unterschied macht, ob Mensch, Hund oder Schwein und das es das glückliche Tier auf Brot nicht gibt; dass wir alle das gleiche wollen im Leben: Liebe, Gemeinschaft, Nahrung, ein Dach überm’ Kopf und mit Respekt behandelt zu werden. Dass Grenzen von Menschen gemacht sind, eine Erfindung, eine Illusion auf Papier. Unsere Genetik beweist, dass unsere Vorfahren aus allen möglichen Ethnien zusammengewürfelt wurden. Ja, auch du. Wir sind nicht besser oder mehr Wert, nur weil wir hier und jemand anders dort geboren wurde. Wir müssen begreifen, dass wir nur gemeinsam stark sind. Dass internationale Bündnisse wie die EU der Grund dafür sind, dass wir bereits seit 70 Jahren in einem freien, weitgehend friedlichen Europa leben können. Dass wir nicht davon ausgehen können, dass jemand uns mit Respekt und Menschenwürde behandelt, wenn wir nicht mit gutem Beispiel voraus gehen! Kurz: wir müssen uns endlich mal zusammenreißen.

Wir hoffen für 2019, dass jeder seinen Teil dazu beiträgt, damit wir alle gemeinsam einen vernünftigeren Weg einschlagen. Und wir? Wir haben uns für das kommende Jahr fest vorgenommen, unseren Fokus noch mehr auf das Thema Nachhaltigkeit zu legen, uns bewusst für ein Lebensstil zu entscheiden der unsere Umwelt schont und unsere Bedürfnisse zu hinterfragen. Was brauchen wir wirklich?

Toby & AnnaComment